Cyberpunk und Internet-Kultur: Wo die alten Kulte ruhen

Netzkultur und Cyberpunk
Cyberpunk und Netzkultur, wo die alten Kulte ruhen

Dein Computer und Smartphone sind Dir superwichtig, weil alle Deine Freunde darin wohnen? Dann lies jetzt ein wenig über die Anfänge der Cyberpunk-Kultur und die Anfangstage des Internets. Ursprünglich für den globalen wissenschaftlichen Austausch gedacht, hatte sich schnell eine digitale Subkultur gebildet, die bis heute fortbesteht.

Wie unverkrampft die Cyber-Pioniere schon in den Anfangstagen war, lasst sich mit einem Blick in die Erstausgabe des Cyberkultur-Magazin Mondo 2000 erahnen. Eines der ältesten Internet-Magazine, wunderbarerweise online abrufbar.

Wo andere sich heute das Etikett „Punk“ oder „rebellisch“ nur ankleben, war es Mondo 2000 in seinen verschiedenen Phasen tatsächlich. Im Magazin finden sich Größen wie die, dem Cyberpunk-Genre zugeordneten Science-Fiction-Autoren Rudi Rucker und Bruce Sterling, der Psychologe und „Hippie-Guru“ Timothy Leary, Netz-Aktivisten wie Richard Stallman und Cory Doctorow oder Hacker-Legende „Lady Ada Lovelace“ (Limor Fried), um nur einige Namen zu nennen. Die Themen reichten von virtueller Realität bis hin zu Sicherheitsthemen wie Computervieren oder Vorstellung neuer Computertechnologien.

Das Dreigestirn der Cyberpunk-Cultur: Mondo 2000 – Boing Boing – Wired

Auch die Vorgängermagazine von Mondo 2000 HighFroniers und Reality Hackers sind im Mondo 2000 History Project auf Archive.org kostenlos abrufbar.  Das ist übrigens der Grund, weshalb die erste Mondo-Ausgabe mit Ausgabe 7 betitelt wurde.
Einige Autoren von Mondo 2000 fanden und finden sich auch auf der Autorenliste des Cyber-Magazins bOING bOING oder des Tech-Online-Business-Magazins Wired. Teilweise sogar gleichzeitig.

Wer den Zeitgeist der Anfangstage des Internets und Cyberspace erleben will, der sollte sich das Mondo 2000 History Projekt jetzt bookmarken. Natürlich sollten auch Wired und Boing Boing nicht fehlen. Leider ist das Dreigestirn der Cyberpunk-Kultur nur in englischer Sprache verfügbar.

Digitalkultur in Schland – Im Schatten des Misstrauens

Als eines der besten deutschen Cyber-Culture-Magazine dürfte wohl Konr@d gelten, benannt nach dem deutschen Computer-Erfinder Konrad Zuse. Inhaltlich war es stark vergleichbar mit dem US-amerikanischen Wired-Magazin, geprägt hatte es der ehemalige Chefredakteur Peter Glaser, der das Magazin aus der Taufe gehoben hat. Schwerpunkt des Technik-Lifestyle-Magazins Konr@d waren Online- und Zukunftstrends und wie sie das Leben der Menschen in Zukunft prägen.

Leider sind die alten Ausgaben nicht online zugänglich, dafür schreibt Initiator Peter Glaser immer noch Artikel auf seinem Blog. Folgende Blogs, die sich mit den Auswirkungen von Internet und Digitaltechnik auf unser Leben beschäftigen, sollten auf keinen Fall in deiner Leseliste fehlen:

  • Deus ex Machina von Don Alfonso, ein Blog über Gott und die WWWelt in der FAZ (Frankfurter Allgemeinen Zeitung). Mein persönlicher Favorit.
  • Mensch-Maschine von Sascha Lobo, ja genau – der mit dem Irokesen-Haarschnitt. Das Blog findet auf Spon (Spiegel Online) statt. Und sein Sascha-Lobo-Blog.
  • Glaserei von Peter Glaser, ehemaliger Konr@d Chefredakteur. Das Blog heißt hier Kolumne und ist Bestandteil des Online-Auftritts der NZZ (Neue Züricher Zeitung)
  • Spreeblick. Das Blog von Johnny Haeusler, Mitbegründer und Veranstalter der re:publica, einer weltweit renommierten und jährlich stattfindenden Konferenzen zu Themen der digitalen Gesellschaft.

Lust Dich einzureihen und Deinen eigenen Claim im digitalen Neuland abzustecken? Dann ist vielleicht der Beitrag ‚Eigenes Blog erstellen – so geht’s!‚ geanu das richtige für einen ersten Schritt 🙂


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